Gesundheitsauswertungen & Sporttitel beim Border Collie
Wichtiger Hinweis zur Zuchtdatenbank:
Der Border Collie Club Schweiz legt höchsten Wert auf Transparenz. Sollten bei einem Rüden in dieser Datenbank keine spezifischen Testergebnisse zu DNA-Gentests eingetragen sein, bedeutet dies, dass der Hund genetisch frei von allen erblichen Krankheiten ist (entweder durch ein eigenes freies Laborresultat oder „by parents“, da bereits beide Elterntiere nachweislich frei waren).
Eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, bei der der Oberschenkelkopf nicht fest in der Hüftpfanne sitzt. Dies kann im Verlauf des Hundelebens zu schmerzhafter Arthrose führen. Für die Zuchtzulassung wird die Hüfte beim erwachsenen Hund offiziell geröntgt.
BCCS-Skala: Bewertet wird von A (Frei) über B (Verdacht), C (Leicht), D (Mittler) bis E (Schwer). Die Auswertung in der Schweiz ist traditionell sehr streng.
Eine Wachstumsstörung und Fehlbildung des Ellbogengelenks. Sie führt beim jungen, wachsenden Hund oft zu deutlichen Lahmheiten an den Vorderläufen.
BCCS-Skala: Wird in Grad 0 (Normal/Frei), Grad 1 (Leicht), Grad 2 (Mittel) und Grad 3 (Schwer) unterteilt.
Eine Entwicklungsstörung der Gelenkknorpel, die beim Border Collie meistens im Schultergelenk (seltener im Sprung- oder Kniegelenk) auftritt. Dabei können sich Knorpelstücke ablösen und lose im Gelenk bewegen („Gelenkmaus“), was schmerzhafte Entzündungen verursacht.
BCCS-Skala: Wird beim offiziellen Auswerten der Röntgenbilder schlicht mit „Frei Haus“ oder „Befallen“ ausgewiesen.
Eine angeborene anatomische Besonderheit am Übergang von der Lendenwirbelsäule zum Kreuzbein (z. B. asymmetrisch ausgebildete Wirbelfortsätze oder ein zusätzlicher Wirbel). Kann im Alter zu Nervenquetschungen (Cauda-equina-Syndrom) oder verfrühter Arthrose führen.
BCCS-Skala: Wird geröntgt und in Typ 0 (Frei), Typ 1 (Leichte Veränderung), Typ 2 (Symmetrische Abweichung) und Typ 3 (Asymmetrische Abweichung) eingeteilt.
Hierbei handelt es sich um zertifizierte Laboratorien, die mittels einer Blut- oder Speichelprobe die DNA des Hundes auf vererbbare Krankheiten untersuchen. MyDogDNA bietet oft grosse Komplett-Screenings der gesamten Genwelt an, während Laboklin oft für gezielte Einzeltests für Border Collies genutzt wird (z. B. CEA, TNS, IGS, MDR1).
Bedeutung der Ergebnisse:
• Genotyp N/N (Frei / Clear): Der Hund ist absolut gesund und gibt die Erbkrankheit nicht an seine Nachkommen weiter.
• Genotyp N/CEA od. Träger (Carrier): Der Hund ist selbst sein Leben lang völlig gesund, trägt aber ein defektes Gen in sich. Er darf züchterisch nur mit einem komplett freien Partner verpaart werden.
• Genotyp Befallen (Affected): Der Hund besitzt zwei defekte Gene und kann selbst an der entsprechenden Krankheit erkranken.
Der genetische „Fingerabdruck“ des Hundes. Es handelt sich hierbei nicht um eine Gesundheitsprüfung, sondern um die Speicherung eines unverwechselbaren Identitätsmusters der DNA im Labor.
Nutzen: Dient dem zweifelsfreien Nachweis der Elternschaft (Identitäts- und Abstammungsnachweis). So wird für Welpenkäufer garantiert, dass der Hund auch wirklich von den im Stammbaum angegebenen Elterntieren stammt.
Eine klinische Untersuchung der Augen durch einen zertifizierten Fachtierarzt (European College of Veterinary Ophthalmologists). Der Hund bekommt pupillenerweiternde Augentropfen, und das Auge wird im abgedunkelten Raum mit Spezialgeräten gespiegelt.
Unterschied zu Gentests: Ein Gentest zeigt, was theoretisch in den Genen steckt. Der ECVO-Augentest zeigt den aktuellen, echten Zustand des Auges am Untersuchungstag. Er prüft den Hund auf Augenerkrankungen wie CEA (Klinisch), Grauer Star (Katarakt) oder Distichiasis (falsch wachsende Wimpern) und muss für Zuchthunde regelmäßig (meist jährlich) wiederholt werden.
Die offizielle Eignungsprüfung der Swiss Sheep Dog Society (SSDS). Bei dieser Einstiegsprüfung für angehende Arbeits-Hütehunde wird überprüft, ob der junge Border Collie das nötige, angeborene Interesse an Nutztieren (Hütetrieb) mitbringt. Gleichzeitig wird getestet, ob er grundlegend führig ist und sich in der Nähe von Schafen vom Hundeführer kontrollieren lässt. Sie ist die zwingende Voraussetzung, um zu höheren Prüfungen zugelassen zu werden.
Die absolute Paradedisziplin für den Border Collie als ursprünglichen Arbeitshund. Bei einem „Trial“ (Hüteprüfung) muss der Hund unter Beweis stellen, dass er eine Herde Schafe kontrolliert, ruhig und präzise über weite Distanzen durch verschiedene Tore und schliesslich in einen Pferch (Pen) treiben kann. Geleitet wird er dabei nur durch die Pfeif- und Rufkommandos des Schäfers (Handlers).
Die „hohe Schule“ des Gehorsams. Beim Obedience kommt es im Gegensatz zur klassischen Unterordnung auf extreme Präzision, Eleganz und eine freudige, harmonische Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund an. Geprüft werden unter anderem exaktes Bei-Fuß-Gehen, das Apportieren von Holz- oder Metallgegenständen, Distanzkontrolle (Sitz/Platz/Steh auf Distanz) und die Geruchsunterscheidung.
Stufen: Unterteilt in die Klassen OB Beginner, OB 1, OB 2 und die internationale Klasse OB 3.
Der rasante Hindernislauf auf Zeit. Der Hund muss einen Parcours aus Hürden, Tunneln, Slalomstangen, Reifen und sogenannten Kontaktzonengeräten (A-Wand, Laufsteg, Wippe) in der richtigen Reihenfolge fehlerfrei bewältigen. Der Mensch führt den Hund dabei ausschliesslich durch Körpersprache und Hörzeichen.
Stufen: In der Schweiz startet man in der Klasse A (Anfänger), gefolgt von den offiziellen Leistungsklassen Agility 1, 2 und der höchsten Klasse 3. Daneben gibt es die Grössenklassen (Small, Medium, Intermediate, Large).
Eine gelenkschonende Variante des Agility. Der Parcours besteht aus Bögen (Hoops), Tunneln, Tonnen und Zäunen. Im Gegensatz zum klassischen Agility gibt es hier keine Sprünge und keine steilen Wandgeräte. Die Besonderheit: Der Hundeführer läuft nicht mit, sondern lenkt den Hund ausschliesslich auf Distanz aus einem festgelegten Führungskreis (Box) mittels Sicht- und Hörzeichen.
Eine moderne, abwechslungsreiche Sportart, die Elemente aus Unterordnung und Agility kombiniert. Das Team bewältigt einen Parcours aus verschiedenen Stationen, an denen Schilder vorgeben, welche Übung (z. B. Wendungen, Vorsitz, Kreise) präzise auszuführen ist. Im Vordergrund steht die ständige Kommunikation: Loben, Anfeuern und Handzeichen sind hier im Gegensatz zum klassischen Obedience ausdrücklich erlaubt.
Klassen: Unterteilt in RO Beginner sowie die Leistungsklassen RO 1, RO 2 und RO 3.
Ein Schweizer Breitensport-Programm, das sich ideal für Hunde jeden Alters eignet (auch für Senioren). Es ist kein Leistungssport auf Zeit, sondern eine Fitness- und Geschicklichkeitsprüfung. Der Parcours besteht aus 15 alltagsnahen Aufgaben (z. B. Tragen von Gegenständen, Überqueren ungewöhnlicher Untergründe oder ruhiges Verweilen in einer Box), die das Vertrauen und die Koordination stärken.
Die reine Unterordnungsprüfung auf internationalem Niveau, basierend auf den Gehorsamsübungen der IGP, jedoch vollkommen ohne Fährtenarbeit und Schutzdienst. Sie ist ideal für sportlich ambitionierte Teams, die sich rein auf die exakte, freudige Unterordnung, das korrekte Bei-Fuss-Gehen und die Teambindung konzentrieren möchten.
Stufen: Aufgeteilt in ansteigende Schwierigkeitsgrade von IBGH 1 bis IBGH 3.
Eine vielseitige, anspruchsvolle Dreikampf-Sportart (früher auch als Schutzhundesport oder VPG bekannt). Sie verlangt dem Hund ein breites Leistungsspektrum ab und teilt sich in drei gleichwertige Abteilungen auf:
• Abteilung A (Fährte): Der Hund muss einer bis zu 600 Schritte langen Spur am Boden intensiv und konzentriert folgen und Gegenstände anzeigen.
• Abteilung B (Unterordnung): Ein komplexes Gehorsamsprogramm mit Schussfestigkeit, Apportieren über Hindernisse und schnellen Übungen aus dem Laufschritt.
• Abteilung C (Schutzdienst): Das Aufspüren und Stellen eines Scheintäters (Helfer). Hier sind Nervenstärke, unbedingter Gehorsam und Kontrollierbarkeit des Hundes entscheidend.
Die absolute Spezialdisziplin für die Hundenase. Im Gegensatz zur normalen Fährtenarbeit bei der IGP sind IFH-Fährten extrem lang (bis zu mehrere Kilometer), viele Stunden alt und werden von völlig fremden Personen auf wechselndem Untergrund (Acker, Wiese, Wege) gelegt. Zudem kreuzt eine zweite Person die Fährte 2x („Verleitungsfährte“), von der sich der Hund nicht ablenken lassen darf.
Stufen: IFH 1 (900 Schritte), IFH 2 (1200 Schritte) & IFH 3 (1800 Schritte) abgelegt.
Der allgemeine Titel für einen bestätigten Champion. Er zeigt an, dass der Hund auf mehreren großen Ausstellungen die Höchstnote erhalten und sich gegen die Konkurrenz durchgesetzt hat. Meist steht dahinter das entsprechende Land (z. B. CH CH für Schweizer Ausstellungs-Champion oder DE CH für Deutschen Champion).
Der offizielle Landeschampion-Titel der Schweiz, vergeben durch die SKG (Schweizerische Kynologische Gesellschaft). Ein Border Collie muss dafür mindestens vier SAC (Anwartschaften) unter drei verschiedenen Richtern auf nationalen oder internationalen Ausstellungen in der Schweiz gewinnen.
Der höchste kosmetische Titel auf weltweiter Ebene, verliehen durch den Weltdachverband, die FCI (Fédération Cynologique Internationale). Um diesen Titel zu erlangen, muss der Hund in verschiedenen Ländern unter unterschiedlichen internationalen Richtern das sogenannte CACIB (Anwartschaft auf den Internationalen Champion) gewonnen haben.
Ein Titel für Nachwuchshunde, die in der Jugendklasse (Alter zwischen 9 und 18 Monaten) bereits herausragende Bewertungen erhalten haben. In der Schweiz nennt sich dieser Titel offiziell Schweizer Jugend-Schönheits-Champion und erfordert drei Jugend-Anwartschaften.
Ein Ehrentitel für fitte Senioren. Hunde ab einem Alter von 8 Jahren starten in der Veteranenklasse. Wer hier dreimal den ersten Platz mit der höchsten Note erringt, erhält den Veteranen-Champion-Titel (z. B. Schweizer Veteranen-Schönheits-Champion).
Der Titel für den Rassebesten einer Ausstellung. Hier treten am Ende einer Show die jeweils besten Rüden und Hündinnen aller Altersklassen (Jugend, Zwischen, Offene, Gebrauchshund, Champion, Veteranen) direkt gegeneinander an. Der Richter kürt aus allen anwesenden Border Collies den absolut besten Hund des Tages.
Der Titel für das beste Gegenstück zum Rassebesten. Wird beispielsweise eine Hündin zum Rassebesten (BOB) ernannt, so ermittelt der Richter im Anschluss aus den verbleibenden Rüden den besten männlichen Hund und zeichnet ihn mit dem BOS-Titel aus. BOB und BOS sind die beiden höchsten Tagespreise für eine Rasse.
Die prestigeträchtigsten Einzeltitel des Jahres. Sie werden nicht über mehrere Ausstellungen hinweg gesammelt, sondern am Tag der jährlichen FCI-Welthundeausstellung (World Dog Show) bzw. Europasiegerausstellung an den jeweils besten Rüden und die beste Hündin (die Gewinner des CACIB) vergeben.
Diese exklusiven Titel werden vergeben, wenn ein Border Collie nicht für sein Aussehen, sondern für seine überragenden sportlichen Leistungen auf nationaler oder internationaler Ebene ausgezeichnet wird. Dazu gehören unter anderem:
• C.I.T. (Internationaler Arbeits-Champion): Verleiht die FCI für Höchstleistungen bei internationalen Hütehundeprüfungen (Trials) oder im Fährten- und Gebrauchshundewesen.
• CH OB CH (Schweizer Obedience-Champion): Vergeben durch die SKG für Hunde, die in der höchsten Obedience-Klasse (Klasse 3) mehrfach die Bestnote "Vorzüglich" unter verschiedenen Richtern erringen.
• CH AG CH (Schweizer Agility-Champion): Verleiht die SKG an Hunde, die in der höchsten Leistungsklasse (Klasse 3) wiederholt fehlerfreie Traumläufe auf dem Podest absolvieren.